Wissenschaft

Da ich lange in der Wissenschaft gewirkt habe, lassen mich wissenschaftliche und wissenschaftspolitische Themen nicht unberührt.


Klaus Mackowiak

Gibt es Sie wirklich?

Zum Verhältnis von Sprachwissenschaft und Öffentlichkeit

1. Überlegungen zum Verhältnis von Germanistik und Öffentlichkeit geraten nur zu leicht in die Gefahr, larmoyant eine weitgehendere Anerkennung für das eigene Fach einfachhin einzufordern. Dies hätte etwas arg Peinliches. Das wäre doch zu praktisch, wenn man sich selbst das Maß an Anerkennung bestimmen könnte, das man für angemessen hält. Die Forderung mutet daher fast unanständig an. Ausgemacht ist - für Individuen wie für Institutionen, daß dem, der nach Anerkennung plärrt, diese gewiß versagt bleibt.

Etwas anderes ist, erstens das direkte und indirekte Interesse zu erforschen, das die Öffentlichkeit (falls so pauschal überhaupt ansprechbar) an Germanistik (falls so pauschal überhaupt ansprechbar) hat oder haben könnte, zweitens über mögliche Formen nachzudenken, die diesem Interesse entgegenkommen könnten, und drittens die Ergebnisse von beidem in einer informativen Öffentlichkeitsarbeit darzustellen. Die soll hier aus der Sicht der Sprachberatung des Grammatischen Telefons geschehen. ...

[Aus: Mitteilungen des Deutschen Germanistenverbandes, 3/94, 41. Jg., September 1994]